Jingyun Li is a freelance artist and producer from the field of performing arts. Living and working across languages have strongly shaped her approach to performance and art making: being a non-native in the languages, she looks for expressive potentials in typos, mistakes, imperfections - forms of non-standardised language use and linguistic alienation.

In her practice, she uses languages as artistic material to playfully reshape ways of writing and speaking and to question the worldview, ideology and power of languages. Through the lens of language, she explores a wide range of themes such as sexuality, cultural identity and censorship.

“Aber ich sehe eine Chance in dieser zerstörten Beziehung zur Muttersprache und zur Sprache überhaupt. Man wird ein Wort-Fetischist. Jeden Teil oder sogar jeden Buchstaben kann man anfassen und ändern, man sieht nicht mehr die semantische Einheit, und man lässt sich nicht im Fluss der Rede treiben. Man bleibt überall stehen und macht Nahaufnahmen der Details. Die Vergrößerung der Einzelteile ist verwirrend, weil sie vollkommen neue Bilder von einem vertrauten Objekt zeigt. Genau wie man durch ein Mikroskop die eigene Mutter nicht wiedererkennen kann, kann man die eigene Muttersprache bei einer Nahaufnahme nicht wiedererkennen. Aber in der Kunst geht es nicht darum, die Mutter so darzustellen, dass man sie wiedererkennt.”

— Yoko Tawada »akzentfrei«